discovery art fair. Frankfurt
07. bis 09. November 2025

MEINE GESCHICHTE DAHINTER

Es ist ein rabenschwarzer Tag, die Pechsträhne droht mich zu erdrücken, die Luft abzuschnüren wie die schwarze Lavawalze, die alles unter sich begräbt. Doch aufzugeben, schwarz zu sehen, das ist keine Option. Die Genesis, Worte aus der Schöpfungsgeschichte, tauchen plötzlich wie ein Menetekel auf der Leinwand auf und beschwören mich: „Auf, formen wir Lehmziegel und brennen wir sie zu Backsteinen. So dienten ihnen gebrannte Ziegel als Steine und Erdpech als Mörtel.“ (Gen. 11,3.). Es fiel wie Schuppen von meinen Augen, wie eine Erleuchtung. Wie das ersehnte Licht nach einem unheilvollen Sturm alles in das feurige Rot des Abendhimmels taucht. Eine Tür öffnet sich auf dem grobweißen Leinen. Und Farben sprießen ungehindert und voller Tatendrang, vereinigen sich. Und das zarte Grün und das verlangende Gelb verbünden sich voller Variationen mit den warmen Rottönen und drängen das Bitumen zurück, bändigen es zum Beiwerk. Aber was für eine Zutat! Das tiefglänzende Bitumen ist atemberaubend. Es ist das schwärzeste Schwarz, das es gibt. Es ist Natur pur. Und es ergänzt die neu erstandene Farbenvielfalt grandios. Genau wie auf Lava neues Leben entsteht und alles Verhängnisvolle vergessen lässt, beiseite wischt und sprießen und gedeihen lässt. Auf dass ein neuer Dschungel entsteht, ein Urwald auf der Leinwand. hb

Materialbilder, o.T.,160h x 120b cm, Acryl auf Leinwand, Bitumen, Kies, Sand, Karton, 2021, Nr. 6004